Ei oder nicht Ei?
Nur noch ein Ei pro Woche empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Der Ernährungsexperte David Fäh findet solche Empfehlungen problematisch.
Alles dreht sich wieder mal ums Ei: Ist es der Gesundheit förderlich oder nicht? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung meint, dass ein Ei pro Woche reiche. «Ich kann solchen Empfehlungen nicht viel abgewinnen», sagt der Ernährungsexperte Prof. David Fäh der Berner Fachhochschule, «weil sie wissenschaftlich oft nicht belegt sind.» Ausserdem handelt es sich um generelle Empfehlungen, die nicht auf alle Menschen zutreffen und in manchen Fällen sogar mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.
Das Ei hat grosse Vorteile: Es ist ein Paket voller natürlicher Nährstoffe. Es enthält fast alle Vitamine, viele Mineralien sowie gute Fettsäuren und hochwertiges Eiweiss. Andererseits enthält das Ei Nahrungscholesterin. Inwiefern dieses ein Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten darstellt, ist jedoch umstritten. Denn der Körper produziert das meiste Cholesterin selbst. Gemäss Studien stellt ein Ei pro Tag für die meisten von uns kein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar. Die Qualität spielt auch eine Rolle: Je natürlicher das Huhn lebt, je mehr es sich frei bewegen und seine Nahrung selbst zusammenstellen kann, desto hochwertiger ist der Inhalt der Eier.
Noch wichtiger als die persönliche Gesundheit sind für den Ernährungsexperten David Fäh hingegen ökologische Überlegungen: Die Herstellung von tierischen Nahrungsmitteln ist oft mit Umweltproblemen verbunden. Sie beschleunigt den Klimawandel, reduziert die Biodiversität, belastet Böden und Gewässer und verbraucht viele Ressourcen. Dies wiederum schlägt sich auf die Gesundheit von uns allen nieder. Deshalb täte es uns gut, den Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten zu reduzieren. «Statt eine Mahlzeit mit Eiern kann man zum Beispiel eine mit Tofu zubereiten», sagt Fäh. Insofern darf es lieber mal ein Ei weniger sein als eines mehr.