Was tun bei Schlafstörungen?

Herzpatient*innen haben oft Schwierigkeiten, den Schlaf zu finden. Der Psychologe Sven Schmutz erklärt, was man dagegen tun kann und wann professionelle Hilfe angesagt ist.

Aktualisiert am 29. Januar 2024
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Zahlreiche Vorstellungen über den Schlaf sind falsch. Der Psychologe Sven Schmutz des Berner Inselspitals rückt solche Ansichten am Anfang des Vortrags zurecht: Nicht jeder Mensch habe die gleiche Schlafdauer, auch nächtliches Aufwachen sei im Prinzip normal. Vor allem mit zunehmendem Alter nehme das Schlafbedürfnis ab, so der Spezialist. Ein sich veränderndes Schlafverhalten ist also nicht von vornherein eine Störung.

Allerdings nehmen Schlafstörungen besonders im Alter zu. Das gilt auch nach einem Herz-Kreislauf-Ereignis. Dies betrifft das Ein- wie auch das Durchschlafen. Als häufige Ursachen nennt Schmutz ungünstige Gewohnheiten, aufwühlende Gedanken, die zum Grübeln führen sowie Stresssituationen, die das Nervensystem beeinflussen. Ein paar einfache Tipps können weiterhelfen. Für Schmutz gehört dazu beispielsweise, dass man am Tag nicht vor- oder nachschläft. «Das ist so, wie wenn ich vor dem Essen noch ein Sandwich verdrücke, dann habe ich danach auch keinen Hunger mehr», sagt der Psychologe. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für ihn, dass das Bett nur zum Schlaf da sein soll. Das Gehirn mache nämlich kleine Pakete, indem es Dinge verbindet. Wer sich beispielsweise im Bett wälzt, dessen Gehirn macht das Päckchen «ich bin im Bett und kann nicht schlafen». Daher rät er, in schlaflosen Momenten aufzustehen und das Bett zu verlassen. Das hilft, auf andere Gedanken zu kommen. Diese und weitere Tipps können schon eine grosse Verbesserung herbeiführen.

Auch Einschlafhilfen wie Hörbücher oder Musik fördern den Schlaf. Manchmal jedoch braucht es eine professionelle Unterstützung. Sven Schmutz nennt fünf einfach beantwortbare Fragen, die aufzeigen, wann eine Behandlung angesagt und ein Gespräch mit dem Hausarzt oder der Hausärztin ratsam ist. Die Wirksamkeit einer psychologischen Behandlung ist sehr hoch. «Schlafprobleme bekommen wir meist in den Griff», sagt Schmutz, «oft ohne Medikamente.»