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Umwelt

Herz-Kreislauf-Krankheiten und Hirnschläge sind die Folgen des Alterns, der Gene und eines ungesunden Lebensstils. Aber nicht nur. Immer klarer wird, dass auch schlechte Umweltbedingungen unser Herz krankmachen.

Wie die Umwelt dem Herzen schadet

Umweltfaktoren verursachen gemäss der Europäischen Umweltagentur fast 20 Prozent der Herz-Kreislauf-Todesfälle. Am stärksten schädigt der Feinstaub die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Aber auch Hitze, Lärm, Gift in Böden und im Trinkwasser sowie die Lichtverschmutzung sind Stressoren für Herz und Gefässe.

Luftverschmutzung

Luftverschmutzung, so wird geschätzt, reduziert die durchschnittliche Lebenserwartung in Europa um 2,2 Jahre. Neben einzelnen Gasen ist es vor allem der Feinstaub, der einen gewichtigen Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit hat. Herausgestellt hat sich, dass der schädliche Effekt je grösser wird, desto kleiner die Partikel werden. Solche Kleinstpartikel fördern in unserem Körper oxidativen Stress und Entzündungen. Sie entstehen vor allem beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen, also Erdöl, Erdgas und Kohle. Aber auch das Verbrennen von Holz oder Holzkohle setzt Feinstaub frei. In Städten könnten Zonen mit tiefen Emissionen in Verbindung mit einer verbesserten Infrastruktur für Fussgänger*innen und ­Velofahrer*innen die Herzgesundheit fördern.

Klimaerwärmung und Hitze

Steigende Temperaturen und Hitze sind verbunden mit Stress im kardiovaskulären System und einer ­erhöhten Gefahr für Thrombosen. Durch Veränderungen in unserem Körper, insbesondere in den Gefässen, muss das Herz zudem stärker arbeiten. Dass bei Hitze mehr Menschen wegen Herz-Kreislauf-Problemen oder Hirnschlag ins Spital müssen oder gar daran sterben, ist schon seit Längerem bekannt und gut dokumentiert. Steigende Temperaturen aufgrund der Klimaerwärmung werden solche Gefahren verschärfen. Die Beseitigung von Hitzeinseln in Städten könnte dem entgegenwirken und ältere und kranke Menschen entlasten.

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Lärm

Als Lärm bezeichnet man ein unerwünschtes und schäd­liches Geräusch. Es ist nicht ganz einfach, den Einfluss von Lärm und Luftverschmutzung zu trennen, weil es sich wie beim Verkehr oft um den gleichen Verursacher handelt. Angenommen wird, dass rund 20 Prozent der Bevölkerung Europas Lärm ausgesetzt sind, was zu über 60 000 vor­zeitigen Herz-Kreislauf-Todesfällen pro Jahr führt. Lärm ver­ursacht Stress, insbesondere in der Nacht: ­Indem der Lärm den Schlaf stört und unterbricht, verhindert er, dass der Blutdruck sich genügend senken kann – wie dies normalerweise passiert. Dies belastet Herz und Kreislauf. Besonders schädlich sind Lärmspitzen, also Transportlärm durch Züge oder Flugzeuge. Übrigens: Wer sich weniger über den Lärm ärgert, mindert dessen Auswirkung.

Gift in Böden und Trinkwasser

Aufgrund der Erderwärmung verarmen die Böden und versiegen die Trinkwasserquellen. Ihre Funktion als Lieferant gesunder Ernährung wird zunehmend gefährdet. Darüber hinaus sind Böden auch durch Schwermetalle und chemische Produkte belastet. Blei, Kadmium und Arsen belasten die Herz-Kreislauf-­Gesundheit, indem sie den oxydativen Stress und die Beeinträchtigung der Endothelzellen verstärken. ­Gesundheitsschädliche Pflanzenschutzmittel werden heute noch immer in grossem Ausmass hergestellt, allein in der EU sind es 208 Mio. Tonnen jährlich. Von ihnen ist bekannt, dass sie einen schädlichen Einfluss auf unser metabolisches System haben und Über­gewicht, Bluthochdruck und Diabetes fördern. ­Besorgniserregend sind auch kleinste Plastikpartikel, die zunehmend in unseren Nahrungsmitteln ­auftreten.

Lichtverschmutzung

Noch etwas wenig beachtet ist die Rolle des künst­lichen Lichts in unseren städtischen Regionen. Rund 99 Prozent der europäischen Bevölkerung leben an ­Orten, wo der Himmel in der Nacht durch Licht «verschmutzt» ist. Zu viel nächtliches Licht hat nicht nur eine schädliche Wirkung auf Flora und Fauna. Die ­unnatürliche Helligkeit beeinflusst auch den menschlichen Körper. Sie stört den zirkadianen Rhythmus, ­der rund 15 Prozent unserer Gene und zahlreiche Körper­funktionen sowie die Regulierung von Stress und Hormonen steuert. Ist der natür­liche Tag-­Nacht-Rhythmus beeinträchtigt, sind Schlafstörungen eine Folge, wie dies häufig auch bei der Schichtarbeit der Fall ist. Intensiver Bildschirmkonsum am Abend oder in der Nacht hat eine ähnliche negative Aus­wirkung auf diesen Rhythmus.

Quelle: Environmental Factors and Cardiovascular Health. ­A Clinical Consensus Statement of the European Society of Cardiology. 2026

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