Wie funktioniert ein Herzschrittmacher?

Implantierbare Herzschrittmacher gibt es seit über 65 Jahren. Wir haben ein paar erstaunliche Fakten zu diesem technischen Wunderwerk zusammengetragen.

Aktualisiert am 20. Februar 2025
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Wozu braucht es einen Herzschrittmacher?

Gewisse Herzkrankheiten führen dazu, dass das Herz zu langsam schlägt oder Herzschläge ausfallen. Man spricht von einer langsamen (bradykarden) Herzrhythmusstörung. Diese kann zu folgenden Beschwerden führen: Atemnot, Schwindelanfällen, plötzlicher kurzer Bewusstlosigkeit, auch Synkope genannt, sowie Stürzen und einer eingeschränkten Herzleistung. Ein Herzschrittmacher behebt solche Störungen und ermöglicht ein weitgehend normales Leben.

Impulse fürs Herz

Der Herzschrittmacher unterstützt das Herz, sobald es zu langsam schlägt. Im Gerät befinden sich ein Computer und eine Batterie. Es wird meist in der linken Brust unter die Haut oder den Muskel eingepflanzt. Von dort führen ein bis drei Elektroden über eine Vene ins Herz. Der Herzschrittmacher überwacht das Herz und gibt bei Bedarf einen winzigen elektrischen Impuls über die Elektroden ab. Der Impuls löst einen Herzschlag aus.

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Immer kleiner und langlebiger

Die heutigen Schrittmacher sind sehr klein. Ihre Grösse ist etwa 4 mal 5 Zentimeter und sie sind 20 bis 50 Gramm schwer. Die Batterie hat eine Lebensdauer zwischen 6 und 10 Jahren. Danach muss das ganze Gerät ausgetauscht werden, weil die Batterie fest im Gehäuse eingeschweisst ist.

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Kurioses: der Plutonium-Schrittmacher

Die Batterien machten die frühen Herzschrittmacher sehr schwer. Ausserdem hielten sie nicht lange, die Geräte mussten rasch ersetzt werden. Deshalb implantierte man in den 1970er-Jahren in Deutschland, Frankreich und Osteuropa auch atombetriebene Herzschrittmacher. Weil die Geräte nach dem Tod als radioaktiver Abfall anfielen, wurde dies zu einem Entsorgungsproblem. Nach ein paar Jahren kamen sie nicht mehr zum Einsatz.

Vor allem für ältere Menschen

Herzrhythmusstörungen nehmen mit dem Älterwerden zu. Deshalb benötigen vor allem Menschen ab 70 Jahren einen Herzschrittmacher. Eine Herzschrittmacher-Operation ist ein risikoarmer Routineeingriff. Daher kann die Operation auch noch im hohen Alter erfolgen. Aber auch jüngere Menschen, in seltenen Fällen sogar Säuglinge und Kleinkinder, können einen Schrittmacher brauchen. Jährlich werden in der Schweiz etwa 6000 neue Geräte eingesetzt.

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Zahlen: Schweizerische Stiftung für Rhythmologie, 2023

Der erste Herzschrittmacher

Der erste Herzschrittmacher wurde 1958 in Schweden implantiert. Das Gerät wog etwa 240 Gramm und die Hülle bestand aus einer in Araldit gegossenen Kunststoffdose. Ein paar Stunden später war die Batterie erschöpft und der Schrittmacher musste bereits ersetzt werden. Der erste Patient, Arne Larsson, erhielt insgesamt 26 Herzschrittmacher und verstarb 2001 im Alter von 86 Jahren.

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Herzschrittmacher

Diese Broschüre erklärt, für wen der Herzschrittmacher gedacht ist, wie er funktioniert, wie die Operation verläuft und wie man damit lebt. Betroffene und ihre Angehörigen lernen das Gerät näher kennen, um sich möglichst gut auf den neuen Alltag einzustellen.

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