Herbstsaison ist Impfsaison
Grippe, Covid-19, RSV sind im Winter nicht nur ärgerliche Begleiter. Sie können insbesondere für Herzpatient*innen gefährlich werden. Daher wird eine Impfung empfohlen. Doch nützt diese wirklich? Wir haben hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt.
Wogegen schützt eine Impfung?
Die Impfung hat zwei Ziele: Sie schützt einerseits davor, sich anzustecken und krank zu werden. Andererseits schützt sie davor, schwer krank zu werden, wenn man trotzdem erkrankt.
Wie gut ist der Schutz?
Bei manchen Impfungen wie Masern oder Hepatitis ist der Schutz vor einer Ansteckung hoch. Bei den Impfungen gegen saisonale Erkrankungen wie Grippe, Covid-19 und RSV ist dieser Schutz tiefer. Man kann die Krankheit trotzdem bekommen. Die Impfung schützt aber vor schweren Verläufen.
Ist eine Grippe nicht etwas Harmloses?
Eine Grippe ist keine normale Erkältung. Das Grippevirus verursacht Fieber, starke Muskelschmerzen und man ist ans Bett gefesselt. Fieber bedeutet einen grossen Stress für den Körper und das Herz. Menschen mit einer Vorerkrankung, zum Beispiel mit einer Herzkrankheit, können schwer krank werden. Gefürchtete Komplikationen sind eine Lungenentzündung, Herzinsuffizienz sowie ein Herzinfarkt oder Hirnschlag.
Wie gut schützt eine Grippeimpfung vor solchen Folgen?
Die Wirkung ist deutlich: Geimpfte Herzpatient*innen haben ein 30 Prozent tieferes Risiko für eine Herzinsuffizienz, einen Herzinfarkt oder Hirnschlag. Daher lohnt sich die jährliche Impfung.
Hat die Grippeimpfung auch Nebenwirkungen?
Alle Impfungen können Nebenwirkungen haben. Bei der Grippeimpfung schmerzt oft die Stelle des Einstichs ein paar Tage. Schwere Nebenwirkungen sind jedoch extrem selten. Der Nutzen ist um ein Vielfaches höher als das Risiko. Eine Grippeimpfung löst auch keine Grippe aus, das ist nicht möglich. Der Impfstoff enthält keine lebenden Viren. Er simuliert eine Erkrankung und trainiert den Körper für eine Infektion.
Welche Impfungen sind sonst noch empfohlen?
Die jährliche Auffrischung der Covid-19-Impfung schützt Herzpatient*innen vor einem schweren Verlauf. Dazu gibt es ähnlich gute Daten wie bei der Grippeimpfung. Die Impfung gegen Gürtelrose schützt ebenfalls vor Komplikationen mit dem Herzen. Wer schwer herzkrank oder älter als 65 ist, soll sich gegen Pneumokokken, also eine Lungenentzündung, impfen lassen.
Was sind die Risiken der Covid-19-Impfung?
Bei jungen Männern unter 35 Jahren hat man ein leicht erhöhtes Risiko für eine meist schwache Herzmuskelentzündung festgestellt. Ältere Personen, auch solche mit einer Herzerkrankung, sind hingegen nicht davon betroffen.
Was ist RSV?
RSV steht für Respiratorisches-Synzytial-Virus. Es verursacht eine Erkrankung vergleichbar mit einer Grippe oder Covid-19. Die Bedeutung dieser Erkrankung hat man lange unterschätzt. Heute weiss man, dass RSV bei älteren Menschen oder solchen mit einer Herzerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf birgt und zu einer Lungenentzündung führen kann. Eine Impfung ist für Herzpatient*innen empfohlen. Allerdings ist diese in der Schweiz erst im Verlauf des nächsten Jahres erhältlich.
Wie kann man sich sonst noch schützen?
Drei Tipps: Im öV eine Maske tragen, immer gut die Hände waschen und im Herbst nicht zu den Ersten gehören, die einspringen, um erkältete Enkelkinder zu hüten.
Auskunft: Prof. Christoph Berger, Immunologe und Impfexperte, Universitätsspital Basel