Obwaldner Schülerinnen und Schüler lernen Leben retten

Unter dem Motto «Jugendliche am Puls des Lebens» bildet die Schweizerische Herzstiftung in Zusammenarbeit mit dem Verein «Härz fir Obwaldä» sämtliche Schulen im Kanton Obwalden in Lebensrettung aus. Ziel des Programms ist es, dass Menschen schon in jungen Jahren für das Thema sensibilisiert werden und lernen, im Notfall rasch und richtig zu handeln.

Aktualisiert am 23. März 2022
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Obwaldner Schülerinnen lernen mit der MIniAnne-Reanimationspuppe lebensrettende Massnahmen bei Herzstillstand.

An der GrundacherSchule Sarnen warteten heute Morgen 20 Jugendliche gespannt auf den Besuch der Instruktorin des Vereins «Härz fir Obwaldä». Während zwei Stunden wurde den Schülerinnen und Schülern die Lebensrettungstechnik in Basic Life Support (BLS) sowie der Einsatz eines automatischen externen Defibrillators (AED) vermittelt. Zu Beginn der Schulung zeigten sich die Jugendlichen zurückhaltend, handelt es sich doch um ein ernstes Thema.

Für die Ausbildung erhielten die Schülerinnen und Schüler je eine eigene wiederverwendbare MiniAnne-Reanimationspuppe. Diese wird im Rahmen des HELP-Jugend- und Schulprogramms von der Schweizerischen Herzstiftung finanziert. Rhythmisch und kraftvoll bewegten sich die Hände der Jugendlichen zu den Informationen der Instruktorin. Durch das praktische Üben an der MiniAnne gewannen die Jugendlichen zunehmend an Sicherheit. Nach zwei Stunden hielten sie stolz den HELP-Ausweis in der Hand, die Bestätigung für die erfolgreiche Absolvierung der Lebensrettungsausbildung. Die Schule wird zudem von der Schweizerischen Herzstiftung als «Herzschule» zertifiziert. Die MiniAnne durften die Jugendlichen im Anschluss an die Ausbildung nach Hause nehmen. Zusammen mit einem Online-Video können sie damit ihren Familienmitgliedern die erlernten Lebensrettungsmassnahmen beibringen. In den zwei darauffolgenden Jahren wird in der Schule jährlich ein Refresher-Kurs durchgeführt, um das Gelernte aufzufrischen.

Die flächendeckende Ausbildung der ersten Oberstufte im Kanton Obwalden von insgesamt 389 Jugendlichen ist ein Pilotprojekt und soll auf weitere Kantone ausgedehnt werden. Wie wichtig die Ausbildung ist, zeigt die aktuelle Statistik: in der Schweiz überleben weniger als 5 Prozent einen Herz-Kreislauf-Stillstand, wenn er ausserhalb eines Spitals auftritt. Jährlich werden rund 8'000 Personen Opfer eines solchen Ereignisses. Viel Leid und Schaden könnten vermieden werden, wenn Behandlungsmassnahmen rechtzeitig eingeleitet würden.

HELP Jugend- und Schulprogramm
Die Schweizerische Herzstiftung setzt sich mit dem HELP-Jugend- und Schulprogramm dafür ein, dass die Lebensrettung bei Herz-Kreislauf-Stillstand in allen Schulen der Schweiz gelehrt wird. Dank des MiniAnne Global Selbstlernkits können Jugendliche und sogar Kinder ab 10 Jahren das Grundwissen einer Wiederbelebung auf einfache Weise erlernen. Der Weg über die Schule ist ideal, um das ungenügende Wissen für die erste Hilfe im Herznotfall in der Bevölkerung breiter und nachhaltiger zu verankern. Die Jugendlichen gewinnen durch die Ausbildung Sicherheit, um in einem Notfall rasch und richtig zu handeln. Dabei lernen sie auch, dass sie bei der Hilfeleistung nichts falsch machen können. Denn nur keine Hilfe zu leisten, ist falsch.