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Ratgeber Herzinsuffizienz

In der Schweiz leben etwa 200’000 Menschen mit einem schwachen Herz, einer sogenannten Herzinsuffizienz. Dabei lässt die Pumpkraft des Herzens nach und Betroffene sind oft in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. In diesem Ratgeber finden Sie Wissenswertes über die Krankheit, Informationen zur Vorsorge sowie Handlungsempfehlungen.

Was ist eine Herzinsuffizienz, wie verläuft sie?

Aktualisiert am 21. April 2026

Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch «schwaches Herz» genannt, ist eine ernsthafte Erkrankung, bei der das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen kann. Die verminderte Leistungsfähigkeit reicht von schneller Ermüdung bis zu starken Beschwerden bei kleinster Anstrengung und sollte frühzeitig erkannt werden.

Die Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung, bei welcher das Herz nicht in der Lage ist, den Körper ausreichend mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Dies schränkt Ihre Leistungsfähigkeit ein. Bei einer leichten Herzinsuffizienz erst bei einer stärkeren körperlichen Belastung, im Falle einer schweren Herzinsuffizienz schon bei geringer Anstrengung. Tritt diese Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit plötzlich auf, handelt es sich um eine akute Herzinsuffizienz. Dauert sie über einen längeren Zeitraum an, spricht man von einer chronischen Herzschwäche oder umgangssprachlich einfach von einem schwachen Herz. Grundsätzlich ist allen Formen des «schwachen» Herzens gemeinsam, dass durch die verminderte Pumpleistung des Herzens zu wenig Blut in den Körper gelangt. Dies hat schwerwiegende Folgen, weil der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine Herzinsuffizienz ist also eine ernste Erkrankung, die möglichst früh erkannt und behandelt werden sollte.

Was ist Herzinsuffizienz?

Verschiedene Ursachen

Die Herzinsuffizienz ist in den häufigsten Fällen eine Folge anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen, meist eines jahrelangen Bluthochdrucks oder eines Herzinfarkts.

  • Hoher Blutdruck
    Ein hoher Blutdruck ist sehr oft der Grund für eine Herzinsuffizienz. Ist der Druck in den Blutgefässen während Jahren überhöht, muss das Herz ständig gegen einen erhöhten Widerstand Blut in die Hauptschlagader pumpen. Dies kann über die Jahre den Herzmuskel überlasten und schädigen.
  • Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt
    Bei einem Herzinfarkt stirbt ein Teil des Herzmuskels ab. Der verbleibende «gesunde» Teil des Herzens muss nun die gesamte Pumparbeit leisten, was das Herz mit der Zeit überlastet und schwächt.
  • Seltene Ursachen
    Andere Krankheiten können ebenfalls zu einer Herzinsuffizienz führen: Herzklappenfehler, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Herzmuskelerkrankung oder -entzündung, angeborene Herzfehler oder Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel eine langjährige Zuckererkrankung (Diabetes).

Herzinfarkt als Ursache

Chronischer Verlauf

Eine Herzinsuffizienz entwickelt sich meist schleichend, weil der Körper versucht, die Herzschwäche zu «kompensieren». So behalten die Nieren Wasser und Salz zurück, was bei fortgeschrittener schwerer Herzinsuffizienz jedoch zu Wassereinlagerungen in den Beinen, im Bauchraum und in den Lungen führen kann. Es kommt aber auch zu strukturellen und funktionellen Veränderungen des Herzmuskels: Die Herzkammern vergrössern sich, um sich mit mehr Blut zu füllen. Der Puls wird schneller. Dadurch kann für eine gewisse Zeit die Herzschwäche ausgeglichen werden. Allerdings ist die Herzinsuffizienz eine chronische fortschreitende Krankheit, weshalb nach einer Phase der Stabilität immer wieder eine Verschlechterung auftreten kann. Eine gute Behandlung jedoch verlangsamt das Fortschreiten der Erkrankung und der Beschwerden, so dass oft über viele Jahre hinweg ein aktives Leben mit hoher Lebensqualität möglich ist.


2. Kapitel Herzinsuffizienz

Welche Symptome und Beschwerden treten auf?

Die Symptome einer Herzinsuffizienz sind von Patient zu Patient unterschiedlich stark ausgeprägt. Zu Beginn der Krankheit treten die Beschwerden in Ruhe gar nicht und nur bei grosser körperlicher Belastung auf. In fortgeschrittenem Stadium machen sie sich aber auch in Ruhe bemerkbar.